Dawson
Wir verließen Alaska über den nördlichsten Grenzübergang der USA und kehrten zurück in den Yukon. Der kleine Grenzposten liegt völlig abgeschieden, ist nur im Sommer geöffnet und ausschließlich über eine Schotterstraße mit dem klangvollen Namen „Top of the World Highway“ erreichbar. Anfangs mussten wir über den Namen schmunzeln – ein Waldweg mit Weltklasse-Aussicht? Doch je weiter wir fuhren, desto mehr wurde klar: Der Name ist nicht übertrieben. Die Strecke schlängelte sich über Bergkämme mit weitem Blick über endlose, bewaldete Hügel – es fühlte sich tatsächlich an wie auf dem Dach der Welt.
Der Grenzübertritt selbst war schnell erledigt – kaum gebremst, waren wir auch schon wieder in Kanada. Nach ein paar Kilometern und einer kurzen Fährfahrt über den Yukon erreichten wir Dawson City, einst das Herz des Goldrauschs.
Zur Zeit des Goldbooms wurde Dawson von Glückssuchern aus aller Welt überrannt. Innerhalb kürzester Zeit wuchs die Stadt auf rund 30.000 Einwohner an und wurde zur zweitgrößten Stadt Westkanadas – sogar zur Hauptstadt des Yukons. Anders als viele andere Minenstädte entwickelte sich hier eine richtige Infrastruktur mit Geschäften, Lokalen, Kunst und Kultur. Man nannte Dawson damals sogar das „Paris des Nordens“.
Heute leben hier noch etwa 2.400 Menschen. Die historischen Gebäude wurden liebevoll restauriert, die Gehwege sind mit Holz beplankt, die Straßen staubig wie eh und je. Es fällt nicht schwer, sich in die Zeit des Goldrauschs zurückzudenken. Trotzdem wurden wir mit dem Ort nicht so richtig warm – zu viel Kulisse, zu wenig echtes Leben. Nach einem gemütlichen Spaziergang, einem leckeren Eis und etwas Bummeln durch die Straßen suchten wir uns ein schönes Übernachtungsplätzchen mit Blick über die Stadt.



















