Bowron Lake Circuit

10. Juli 2025 Kanada

Ein Wunsch, der sich seit unserer ersten großen Kanutour in Neuseeland auf unserer Bucketlist befand, war, nochmals eine mehrtägige Kanutour zu unternehmen. Und wir wussten auch bereits seit Jahren, dass wir diese im Bowron Lake Provincial Park in Kanada machen wollten. Der Bowron Lake lag 2003 schon auf unserer Reiseroute und Nikolai kannte den See sogar bereits seit 1991 von seiner ersten Kanadareise mit seinen Eltern. Beide Male war die Kanutour jedoch aus zeitlichen und organisatorischen Gründen nicht möglich. Mal ganz davon abgesehen, dass uns das Abenteuer damals zwar gedanklich reizte, wir uns beide jedoch nicht vorstellen konnten, so weit ab von jeglicher Zivilisation zu sein. Nikolai schreckte eine mögliche Begegnung mit Bären und sonstigen Wildtieren ab, Gaby eher der Komfortgedanke – ohne Fön, einem richtigen Bett und einer anständigen Toilette und Dusche ging damals gar nix. Tja, ganze 22 Jahre und einige Erfahrungen später waren wir (Outdoor Gaby und Nikolai) bereit für den Trip. 🤣

Der Weg zum Park führte über einen 100 Kilometer langen Abstecher von unserer Hauptroute. Bereits die Fahrt dorthin war ein absolutes Highlight. Entlang der kaum befahrenen Landstraße sahen wir zwei Schwarzbären und eine Elchkuh am Straßenrand (auf dem Weg zurück entdeckten wir dann nochmals drei Schwarzbären und nochmals eine Elchkuh). Einerseits entzückt über diesen Wildreichtum der Gegend, andererseits etwas nervös dahingehend, was uns denn dann alles beim Wandern und Zelten in der Wildnis über den Weg laufen würde, kamen wir beim Parkzentrum an. Unser Plan war, uns erst einmal in Ruhe über die Gegebenheiten und das Wetter zu informieren, da die Nachttemperaturen um die fünf Grad lagen und wir uns mit unserer „Hawaii-Zeltausrüstung“ nicht wirklich top ausgerüstet fühlten. Eine Option, die uns zu dem Zeitpunkt sehr attraktiv erschien, war, die Tour auf unserer Rückreise im Spätsommer zu unternehmen. Nun ja… ein Gespräch mit zwei lässigen kanadischen Waldarbeitern und eine Stunde später waren unsere Zweifel nicht beseitigt, aber zumindest beiseitegeschoben und es stand fest, am nächsten Morgen geht es los 😳.

Nun aber mal ein paar Infos zum Park:

Die Seenlandschaft liegt inmitten des Karibu Gebirge und tief im Hinterland Britisch Kolumbiens. Die zusammenhängende „viereckige“ Kette aus 12 Seen, verbunden durch Flüsse und Wasserwege, ist einzigartig und bringt einen nach 106 Kilometern auf dem Wasser und insgesamt 11 Kilometern an Land (Portagen) wieder zurück zum Ausgangspunkt. Für die Rundtour werden in der Regel 6-10 Tage veranschlagt.

Wir planten mit sechs Tagen, benötigten am Ende jedoch nur fünf. Wir hatten, bis auf eine verregnete Nacht und tagsüber einmal zwei Stunden Nieselregen ausnahmslos tolles Wetter. Wir genossen das gigantische Panorama aus tollen Gewässern vor schneebedeckten Gipfeln, rauschenden Flüssen und Wasserfällen, das ruhige fast schon meditative Paddeln, die tollen Campsites, die wir ganz für uns allein hatten und die Tatsache über die gesamte Zeit offline zu sein und nicht ständig am Handy zu hängen. Wir blieben zum Glück von einer (absolut nicht unwahrscheinlichen) Bärenzusammenkunft verschont, konnten dafür aber eine Elchkuh mit Baby aus nächster Nähe beobachten. Die Tour war der absolute Hammer, die tägliche körperliche Anstrengung im meist stehenden Gewässer gepaart mit häufigem Gegenwind, tat uns mal wieder richtig gut und wir merkten einmal mehr, wie sehr wir es genossen mitten in der Natur und staunender Beobachter zu sein.

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