Homer

29. August 2025 USA

Unsere Reise führte uns weiter Richtung Süden, zum unteren Ende der Kenai-Halbinsel. Der erste Halt war der Zusammenfluss von Kenai und Russian River. Dort bekamen wir einen ersten Eindruck davon, wie lebendig es während der Lachssaison zugeht. Obwohl wir noch am Anfang der Saison unterwegs waren, waren bereits viele Fischer vor Ort – in Booten oder bis zur Hüfte im Wasser, ausgestattet mit großen Keschern, um die erschöpften Lachse einzufangen.

Als Ausgleich für die viele Fahrerei unternahmen wir eine Wanderung zu einem kleinen Wasserfall, in der Hoffnung, einen Braunbären beim Fischen zu beobachten. Die Gegend war voller Hinweisschilder auf mögliche Begegnungen, doch wir hatten leider kein Glück. Dafür wurden wir bei der Weiterfahrt mit einem besonderen Moment belohnt: Eine Schwarzbären-Mutter mit drei Jungen zeigte sich am Straßenrand. Etwa 15 Minuten lang konnten wir ihnen beim Spielen und Fressen zusehen – ein schöner, ruhiger Augenblick.

An der Westküste fanden wir dann einen Stellplatz auf einem Kliff mit Blick über das Cook Inlet. Trotz dichter Wolken waren die schneebedeckten Berge auf der anderen Fjordseite zu erahnen. Am nächsten Morgen klarte der Himmel auf – und plötzlich standen zwei beeindruckende, schneebedeckte Vulkane direkt vor uns. Die Aussicht war spektakulär und wurde auf dem Weg nach Homer immer eindrucksvoller. Unterwegs entdeckten wir noch eine kleine Kirche mit Friedhof, erbaut von russischen Einwanderern, idyllisch gelegen inmitten einer Wildblumenwiese.

Homer selbst liegt auf einer schmalen Landzunge, die sich weit ins Meer erstreckt und sich ein wenig wie das Ende der Welt anfühlte. Der „Spit“ ist das touristische Zentrum mit vielen Läden und Restaurants, aber auch mit Werften, Fischkuttern und Arbeitern. Trotz des Trubels hat sich Homer seinen ursprünglichen Charakter bewahrt und wir genossen es, dem Treiben zuzusehen. Hier ließ es sich gut vorstellen, wie Alaska früher einmal war.

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