Lake Superior
Unsere Route durch South Dakota Richtung Osten führte vorbei an riesigen Mais‑ und Getreidefeldern. Bis zum Horizont wuchsen auffallend kleinwüchsige, besonders windresistente Sorten. Dass die Ebenen South Dakotas regelmäßig von extremen Winden und Tornados heimgesucht werden, war uns bis dahin gar nicht bewusst.
Zwei Tage später wurde uns das eindrucksvoll vor Augen geführt: In der Ferne tauchte ein Windpark auf. Wir wunderten uns noch, warum sich die Rotoren trotz des starken Windes nicht drehten – bis wir die umgeknickten und umgestürzten Windräder sahen. Eine kurze Internetrecherche brachte die Erklärung: Am Vortag war bei Highmore, dem Ort, den wir passierten, ein schweres Unwetter mit Windböen bis zu 211 km/h durchgezogen. Selbst Windräder, Getreidesilos und Strommasten hielten den Naturgewalten nicht stand. Wir waren einfach nur unendlich erleichtert, dass wir 120 Kilometer weiter westlich übernachtet hatten.
In Minnesota blieb die Landschaft zunächst landwirtschaftlich geprägt, bevor wir wieder bewaldete Gebiete und die beeindruckende Seenlandschaft erreichten, die dem Bundesstaat den Beinamen „Land der 10.000 Seen“ eingebracht hat. Hier entspringt auch der mächtige Mississippi, dessen Quelle im Itasca State Park wir natürlich besuchten.
Kurz darauf standen wir am Ufer des Lake Superior – eines Sees von der Größe Österreichs, der rund 10 % des weltweiten Süßwassers an der Oberfläche speichert. Nach dem Großen Sklavensee bei Yellowknife dachten wir, wir hätten bereits riesige Seen gesehen – doch hier fühlten wir uns wirklich wie am Ozean.
Wir ließen uns ein paar Tage Zeit für die Strecke von Duluth bis zur kanadischen Grenze, genossen die Ausblicke auf den See sowie Wanderungen in den vielen State Parks, die auf dem Weg lagen.



















