St. John’s

2. September 2026 Kanada

Uns stand eine lange Fährfahrt über Nacht bevor. Da wir keine Kabine mehr ergattern konnten und außerdem nicht in unserer Vandy schlafen durften, bewaffneten wir uns kurzerhand mit Isomatten, Schlafsäcken und Proviant und suchten uns zwischen den Sitzreihen ein ruhiges Plätzchen zum „Campieren“. Bevor wir uns allerdings für die Nacht einrichteten, gönnten wir uns noch ein kleines Konzert im Barbereich.

Als wir am nächsten Morgen, überraschend ausgeschlafen, die Augen öffneten, war auch schon Land in Sicht: Neufundland! Drei Stunden später legte die Fähre endlich an, und wir rollten voller Vorfreude von Bord. Wir hatten bereits einige Zeit am Atlantik verbracht und fragten uns, was die Insel wohl noch großartig von Nova Scotia unterscheiden würde.

Tja, Neufundland ließ diese Frage nicht lange offen. Nur wenige Kilometer später fanden wir uns auf einer einsamen Schotterpiste wieder, die uns entlang des Irish Loop durch eine weitläufige Tundralandschaft bis ans Meer führte. Und direkt zu einem traumhaften Stellplatz hoch oben auf einer Klippe. Kaum hatten wir uns häuslich eingerichtet, begann es zu regnen. Nur um kurze Zeit später einen doppelten Regenbogen an den Abendhimmel zu zaubern. Was für ein schönes Willkommensgeschenk.

Am nächsten Tag folgten wir weiter der Küste, legten immer wieder Stopps ein, um die Ausblicke aufs Meer und die kleinen, bunten Fischerdörfer zu genießen, und würdigten natürlich auch den östlichsten Punkt Kanadas.

Schließlich erreichten wir mit der Hauptstadt St. John’s wieder so etwas wie „Zivilisation“. Die Stadt liegt geschützt in einer Bucht und ist vor allem für ihre bunten, an den Hängen klebenden Häuser und ihre erstaunlich hohe Pub-Dichte bekannt. Wir ließen uns daher nicht zweimal bitten, gingen abends auf ein Bierchen und Fish & Chips in einen der Pubs und hatten am nächsten Morgen doch glatt ein kleines bisschen Kater. 🙈

Eine ausgedehnte Wanderung über den Signal Hill und durch das kleine Dörfchen Quidi Vidi brachte uns jedoch schnell wieder auf Vordermann. Nebenbei teilten wir uns die Stadt übrigens mit erstaunlich vielen weiteren Deutschen – eine AIDA-Kreuzfahrt hatte gerade Halt gemacht.

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