Valdez

4. September 2025 USA

Die Weiterfahrt nach Valdez hatte landschaftlich wieder einiges zu bieten: Gletscher, schneebedeckte Gipfel, Flüsse und Wasserfälle säumten unseren Weg. Alaska zeigt sich hier erneut von seiner beeindruckenden Seite.

Die Hafenstadt Valdez wirkte deutlich weniger touristisch als viele Orte auf der Kenai-Halbinsel und hatte sich ihren rauen Charme bewahrt. Viel zu sehen gab es im Ort selbst nicht – abgesehen vom Hafen, einer kleinen Restaurantstraße und ein paar kurzen Spazierwegen. Da störte es uns auch kaum, dass wir einen verregneten Tag für unseren Besuch erwischt hatten.

Besonders spannend fanden wir hingegen die Lachs-Zuchtstation auf der gegenüberliegenden Uferseite mit Blick auf die Stadt. Die Station nutzt den natürlichen Lebenszyklus der Lachse, die zum Laichen an ihren Geburtsort zurückkehren. Vor dem Wehr wimmelte es nur so von Fischen – man hätte mit bloßen Händen zugreifen können. Hätten wir es nicht selbst gesehen, wir hätten es nicht geglaubt! Wir hielten uns zurück und überließen das Festmahl den Wildtieren: Seelöwen, Robben, Möwen und sogar Schwarzbären bedienten sich ganz entspannt – völlig unbeeindruckt von den menschlichen Zuschauern. Zwei Tage blieben wir dort und konnten uns kaum sattsehen an dieser Szenerie.

Da das Wetter weiterhin kalt und regnerisch blieb, verabschiedeten wir uns von der Fjordregion. Für einen letzten gemeinsamen Abend trafen wir uns noch einmal mit Maja und Sebastian, bevor wir uns auf den Weg Richtung kanadischer Grenze machten. Unser letzter Stopp in Alaska: Chicken – ein skurriler, völlig abgelegener Ort, gegründet zur Zeit des Goldrauschs. Heute besteht Chicken aus einem Café, einer Kneipe, einem Campingplatz, einem Souvenirladen und einem kleinen Minen-Museum – betrieben von den verbliebenen zwölf Einwohnern. Und alles natürlich ganz im Zeichen des Hühnchens…

Nach ziemlich genau sechs Wochen endet hier unsere Zeit in Alaska. Und ganz ehrlich? Wir kamen für Bären und Gletscher – und blieben für die Weite, die wilde Landschaft und das Gefühl, am schönsten Zipfel der USA zu sein.

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